anchen Tages sind wir selbst ganz erstaunt daüber, wie schnell doch die Zeit vergangen ist, denn tatsächlich begehen wir in diesem Jahr bereits unseren 20. Geburtstag. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, einen kleinen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Dazu haben wir mal ein wenig in unseren Archiven herumgestöbert und einige Erinnerungen ausgegraben. Wir wünschen viel Vergnügen...

Hinweis:Um die Persönlichkeitsrechte ehemaliger Mitglieder bzw. zufällig aufgenommener Personen zu wahren, sind deren Gesichter auf entsprechenden Bildern unkenntlich gemacht!


Unseren ersten offiziellen Auftritt als "Les danseurs de Sans, Souci" datieren wir in das Frühjahr 2002. Die eigentliche Geschichte beginnt aber bereits etwas vorher, in den 1990er Jahren. Aus der beruflichen Tätigkeit in den Potsdamer Schlössern erwuchs damals die Idee, die Führungen durch die Häuser für die Gäste etwas abwechlungsreicher und anschaulicher zu gestalten, und so gründete sich eine kleine Gemeinschaft von Leuten, welche die Rundgänge durch die Schlösser mit kleinen höfischen Szenen und Tanzeinlagen auflockerte. Dadurch konnten die späteren Gründer unseres Ensembles erste Erfahrungen in der Historiendarstellung sammeln. Nach dem Ausscheiden bei besagter Gruppe kam es dann auch recht bald zur Gründung von "Les danseurs de Sans, Souci" , um diese Idee weiterzuverfolgen und auszubauen. Das Hauptaugenmerk sollte weiterhin auf der Aufführung historischer Tänze liegen, auch wenn wir bis dahin noch relativ wenig Wissen um diese Kunst hatten. Mit einschlägiger Lektüre bewaffnet und viel Enthusiasmus machten wir uns auf den Weg in die Vergangenheit...

Ein historisches Zeitzeugnis - Der erste öffentliche Auftritt im Jahre 2002 Erste Einladung auf Barockschloss Rammenau 2003 Auf der "Potsdamer Schlössernacht" 2004



Die ersten Jahre bestätigten uns in der Annahme, daß es sowohl beim Publikum, als auch bei Veranstaltern ein großes Interesse an derartigen Geschichtsdarstellungen gab. Wir konnten einen regen Zulauf an neuen Mitgliedern verzeichnen, und auch die Anfragen für verschiedenste Festivitäten nahmen stetig zu, sodass wir in manchem Jahr einen gut gefüllten Terminkalender hatten und viel unterwegs waren. Rückblickend betrachtet war das eine sehr euphorische und spannende Zeit für uns, mit der wir viele schöne Erinnerungen verbinden...

Vor dem Schloss
Sans, Souci. 2004
Tanz auf historischem Boden 2005 Auf der "Potsdamer Schlössernacht" 2005



Nach diesen frühen, durchaus erfolgreichen Jahren, gerieten wir intern in etwas unruhigere Gewässer. Die Vorstellungen von der längerfristigen Entwicklung unserer Gruppe wurden nicht von allen Mitgliedern geteilt, sodass man dann letztendlich wieder getrennter Wege ging. Die entstandenen Lücken konnten glücklicherweise rasch geschlossen werden.
Weitaus größeres Kopfzerbrechen bereitete uns die Tatsache, daß wir mit veralteten und mittlerweile überholten Tanzquellen arbeiteten, was uns in unserem Streben nach möglichst authentischen Darbietungen zu einem Umdenken zwang. Von außenstehenden 'Tanzkundigen' wurde uns zwar "...ein durchaus sehenswertes Erscheinungsbild..." zugestanden, "...jedoch seien die mangelnden Kenntnisse um die barocke Tanzkunst offensichtlich..." Diese objektive und zutreffende Beurteilung führte in unseren Reihen schnell zu der Einsicht, daß wir mit unseren Möglichkeiten hier nicht weiterkommen würden und der fachkundigen Hilfe von außen bedurften, um den vorhandenen Defiziten auf tänzerischem Gebiet zu begegnen. So begaben wir uns also auf die Suche und konnten nach verschiedenen Anläufen, auf freundliche Vermittlung und durch glückliche Umstände letztendlich unseren Tanzmeister für uns gewinnen...

Vor dem "Neuen Palais" im Park Sanssouci 2006 Tanz auf der Seebühne im Krongut Bornstedt 2007 So viele waren wir einmal - Braunschweig "Richmondfest" 2008



Auf dem Weg, nun vielleicht doch ein richtiges Barocktanz-Ensemble zu werden, bedeutete dieser tänzerische Neubeginn im Jahre 2009 für uns zunächst einmal einen großen Umbruch, verbunden mit bisher ungewohnten Anstrengungen und vielen Schweißtropfen. Schnell wurde nämlich klar, daß wir noch einmal von ganz vorne anfangen mussten und unsere bisher erlangten Fähigkeiten dabei nur bedingt von Nutzen waren. Von nun an standen regelmäßige und intensive Trainingseinheiten auf der Tagesordnung, der Besuch von Wochenend-Tanzseminaren und das Studium der einschlägigen Quellen. All dies, und mit der geduldigen Anleitung durch unseren Tanzmeister, gelang es uns dann auch recht bald große Fortschritte in unseren tänzerischen Fertigkeiten zu erringen...

Tanz im Barockgarten Großsedlitz 2009 bei sommerlichen 40°C Eine Sonderveranstaltung auf Schloss Mosigkau 2010 Mit anderen Tanzbegeisterten bei einem unserer Wochenendkurse



Bedeutete allein schon diese Neuausrichtung einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung unseres Ensembles, bahnten sich am Horizont bereits neue große Veränderungen im Fortbestehen von "Les danseurs de Sans, Souci" an. Persönliche Lebensplanungen, Zwischenmenschliches, sowie mit Sicherheit auch die Anstrengungen, welche die neue Intensität und Disziplin in unserem Trainingsalltag mit sich brachten, führten zu einem allmählichen und stetigem Mitgliederschwund, an dessem Ende eigentlich nur die Köpfe der 'Ersten Stunde' übrig geblieben waren. Auch wenn uns Verbliebenen gelegentlich der Gedanke an ein mögliches Ende unserer Gruppe durch den Kopf geisterte, waren wir uns doch einig und fest im Willen, den neu beschrittenen Weg weiterzugehen, und wenn es so sein sollte, dann eben auch in kleiner Besetzung...

Die Reihen haben sich gelichtet - Barockschloss Rammenau 2013 Zeiten des Wandels 2015 Freude über eine besondere Einladung



Inzwischen haben wir all dies weit hinter uns gelassen und uns sozusagen noch einmal neu erfunden. "Les danseurs de Sans, Souci" bestehen heute, ähnlich wie zu Beginn, im Wesentlichen aus jenen Gründungsmitgliedern von vor 20 Jahren. Gelegentlich werden wir bei Auftritten auch einmal von Gasttänzer*innen oder guten Freunden unterstützt. Noch heute proben wir regelmäßig die barocken Tanzschritte und bilden uns weiter, um nicht einzurosten und vielleicht immer noch ein bisschen besser zu werden. Dabei haben wir eigentlich allen Grund sehr stolz zu sein, wie weit wir es in all den Jahren als 'Freizeittänzer' gebracht haben. So gut wie jetzt waren wir niemals zuvor, und das ist vor allem dem Fleiß und der Leidenschaft zu verdanken, die jeder von uns mit einbringt...

Solchen Einladungen folgen wir gern - Schloss Moritzburg 2018 Unsere Damen brillieren - hier beim "Leopoldsfest" in Dessau 2019 Wo einst alles begannn - Potsdamer Schlösser & Gärten



Unserer Zukunft als "Les danseurs de Sans, Souci" sehen wir recht gelassen entgegen. Auch nach 20 Jahren haben wir noch sehr viel Freude an unseren kleinen Ausflügen in die Geschichte und der gemeinsamen Arbeit daran. So lange dies so bleibt und unsere körperliche Konstitution es zulässt, machen wir einfach noch ein bisschen weiter. Unser Terminkalender ist zwar nicht mehr so üppig gefüllt wie noch in den frühen Jahren unseres Bestehens, aber einige schöne Veranstaltungen aus dieser Zeit sind uns bis heute erhalten geblieben. Hin und wieder öffnen sich auch einmal ganz neue Türen. Durch die in den letzten zwei Jahren im Lande grasierende Pestilenz, waren natürlich auch wir, bis auf unsere regelmäßigen Proben, zu einer Zwangspause verurteilt. Wir sind aber sicher, daß dieser ganze Spuk irgendwann vorbei sein wird, und dann freuen wir uns über eine Rückkehr auf die Bühnen...